Physalis – der Exotin eine neue Heimat geben
„Süß-säuerlich, orange und klein, im Innern des Lampions sicher daheim. Wer bin ich?“ – Die Antwort lautet Physalis. Ursprünglich ein exotisches Obst, lässt sie sich auch hierzulande anpflanzen und ernten – insbesondere auch mit Kitakindern. Passend zum Internationalen Tag der Früchte (1. Juli) stellt die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Niedersachsen die Physalis in einem Portrait vor.
Warenkundlicher Steckbrief
- Name: Ananaskirsche, Andenbeere, Blasenkirsche, Erdkirsche, Inkapflaume, Kapstachelbeere, Physalis (botanisch: Physalis peruviana)
- Aussehen: runde Beere, etwa kirschgroß, goldgelb bis orangerot, umschlossen von einem beigen, pergamentartigen Kelch (Lampion)
- Geschmack: süß-säuerlich, fruchtig
- Saison: August bis Oktober im heimischen Anbau
- Lagerung: trocken, kühl und luftig, im Lampion
Kosmopolitin in der Region
Obwohl die Physalis ursprünglich in Südamerika beheimatet war und heutzutage häufig aus Kolumbien importiert wird, ist auch ein Anbau in Deutschland und anderen europäischen Ländern möglich. So stammen geringe Mengen der Ware inzwischen aus inländischer Produktion, vor allem aus milderen Regionen Deutschlands. Die Sträucher bevorzugen warme, sonnige Standorte und können bis zu 2 Meter hoch werden. Einige Wochen nach der Blüte bilden sich die für sie charakteristischen Lampions, in denen die Früchte geschützt heranwachsen. Zunächst hellgrün, verfärben sich die Fruchthüllen zum Ende der Reifezeit beige bis hellbraun. Wenn diese ganz getrocknet und pergamentartig sind, werden die kirschgroßen Beeren geerntet. Die Saison hierzulande angebauter Physalis liegt meist zwischen August und Oktober, je nach Sorte können die ersten Früchte aber schon ab Juni gepflückt werden. Importierte Ware wird im Supermarkt zwischen Dezember und Juni verkauft.
Gut zu wissen: Physalis ist eigentlich ein Gattungsname, der über 85 – essbare und ungenießbare – Pflanzenarten umfasst. Die in Deutschland bekannteste Speisefrucht wird auch unter den Namen Kapstachelbeere oder Andenbeere vertrieben.
Lagerung und Küchenpraxis
Für die Lagerung empfiehlt es sich, die Früchte in ihrem Kelch zu belassen, da dieser als natürliche Schutzhülle dient und die Haltbarkeit verlängert. Bei Zimmertemperatur, trocken und luftig aufbewahrt halten sich die Beeren bis zu 10 Tage.
Die Physalis ist vor allem als dekorative Frucht bekannt. Meist wird sie pur gegessen, schmeckt jedoch auch in Obstsalat oder Quarkspeise, als Kompott sowie Chutney und verleiht Salaten eine fruchtige Note. Frisch oder getrocknet sind die Beeren ein Farbklecks im Müsli. Eine herzhafte Variante ist in unserer Rubrik Rezepte rund ums Jahr (Bulgursalat mit Physalis | PDF | nicht barrierefrei) zu finden.
Anbau mit kleinen Gärtnerinnen und Gärtnern
Die Beere eignet sich optimal für eine gemeinsame Pflanzaktion im Außengelände. Idealerweise erleben und gestalten die Kinder den gesamten Wachstumszyklus der Physalis mit – vom Samen bis zur Ernte der Früchte. Bereits ab Ende Januar kann das Saatgut, bestenfalls auf einer nach Süden gerichteten Fensterbank, vorgezogen werden. Alternativ gibt es in Gärtnereien Jungpflanzen zu kaufen. Nach dem letzten Frost ab Mitte Mai können die Pflänzchen ins Freiland, in ein (Hoch-)Beet oder einen Kübel umziehen. Hierfür sollte ein sonniger und geschützter Platz gewählt werden. Die Physalis benötigt einen nährstoffreichen Boden, der regelmäßig, beispielsweise mit Kompost, gedüngt wird. Zusätzlich kann, für hochwachsende Sträucher, eine Rankhilfe sinnvoll sein, um die Triebe zu stützen. Die reifen Früchte können je nach Sorte ab Juni, Juli oder August gemeinsam geerntet werden. Begleitend kann die Geschichte Das Geheimnis der Lampions (PDF | nicht barrierefrei) mit den Kindern gelesen werden.
Sie möchten in Ihrer Kita oder Kindertagespflegestelle eigene Physalis-Pflanzen anbauen? Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung versendet Samentütchen an die ersten 10 Interessierten. Schreiben Sie uns eine kurze E-Mail – unter Angabe des Betreffs „Physalis“ und Ihrer vollständigen Postanschrift. Der Versand des Gewinns erfolgt ausschließlich innerhalb Deutschlands. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mit meiner Kontaktaufnahme per E-Mail erkenne/n ich/ wir die Datenschutzhinweise an.