Update: Hygiene - Verpflegung in Kitas in Zeiten von Corona

Coronavirus Händewaschen

Landesweit dürfen Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflege aktuell den Regelbetrieb wieder aufnehmen. Wie der Alltag in Zeiten von Corona gestaltet werden kann, hat das zuständige Kultusministerium (MK) durch den Leitfaden „KiTa in Corona-Zeiten 2.0“ und den „Niedersächsischen Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung“ geregelt.

„Das Distanzgebot in der Arbeit mit Kindern im Alter bis zur Einschulung lässt sich im pädagogischen Alltag der Kinderbetreuung nicht umsetzen. Umso wichtiger ist es, dass Maßnahmen ergriffen werden können, die helfen, dies zumindest teilweise auszugleichen. In den Bereichen von Hygiene und Personaleinsatz, aber auch bei der konkreten Organisation der pädagogischen Arbeit müssen daher Maßnahmen zur Reduzierung von Übertragungsrisiken sowie zur Nachverfolgbarkeit von Kontaktpersonen mit dem Ziel der Unterbrechung eventueller Infektionsketten getroffen werden“.

„Niedersächsischer Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung“ | Seite 4

Insbesondere dem Aspekt Hygiene ist zum Schutz der Gemeinschaft ein hoher Stellenwert beizumessen. Das umfasst sowohl Fragen und Empfehlungen zur persönlichen Hygiene von Kindern und Personal als auch zu Rahmenbedingungen bei der Verpflegungsgestaltung. Wir haben die für den Verpflegungsbereich relevanten Maßnahmen zusammengestellt und mit Informationen anderer Fachgesellschaften unterfüttert:

Händehygiene ist das A & O

Vor dem Essen gründlich die Hände waschen; das bedeutet mit Wasser und Seife für 20-30 Sekunden und mit einem Einmalhandtuch abtrocknen. (Eine Handdesinfektion bei Kindern sollte nur im Ausnahmefall und im Beisein von Bezugspersonen durchgeführt werden).

Eine entwicklungsangemessene Hygieneroutine, die neben Händewaschen auch Toilettenhygiene sowie Husten- und Niesetikette mit Kindern trainiert, ist pädagogischer Alltag.

Hintergrund: Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern, denn sie kommen beispielsweise beim Husten, Niesen oder gemeinsamem Benutzen von Gegenständen mit Keimen in Kontakt. Durch sachgerechtes Waschen lässt sich die Weitergabe von Hand zu Hand unterbrechen. 
Quelle: infektionsschutz.de (20.08.2020)

Einnahme von Mahlzeiten – Update des Kultusministeriums

Was ist in Bezug auf die Einnahme von Mahlzeiten zu beachten?

Vor und nach der Einnahme von Mahlzeiten in den Kindertageseinrichtungen müssen sich alle betreuten Kinder und das Einrichtungspersonal die Hände waschen.

Nach Möglichkeit sollten die Mahlzeiten in den Gruppenräumen eingenommen werden. Soweit das Essen nicht in Gruppenräumen organisiert werden kann, haben sich die jeweiligen Gruppen nach Möglichkeit getrennt voneinander in den Mensen/Gemeinschaftsräumen aufzuhalten. Die Anzahl der Tische ist zu reduzieren und diese sind (in Gruppengröße) möglichst weit räumlich getrennt aufzustellen.

Unter Beachtung dieser Vorgaben ist es in Szenario A wieder möglich, dass sich die Kinder das Essen wieder selbst aus Schalen oder Behältern nehmen. Auch Essen in Buffetform oder pädagogische Angebote unter Einbezug von Lebensmitteln sind wieder zulässig. Es ist den Trägern der Einrichtungen und den Einrichtungsleitungen jedoch unbenommen, eigenverantwortlich weiterhin davon abzusehen, dass sich die Kinder selbst das Essen nehmen.

Was ist in Bezug auf die Einnahme des Mittagessens zu beachten?

Sofern Gemeinschaftsräume/Mensen für das Mittagessen genutzt werden, gilt ebenfalls, dass sich die jeweiligen Gruppen mit den diesen Gruppen zugeordneten Mitarbeitenden getrennt voneinander dort aufhalten. Die Anzahl der Tische ist zu reduzieren und diese sind (in Gruppengröße) möglichst weit räumlich getrennt aufzustellen. Nach Möglichkeit sollten die Mahlzeiten in den Gruppenräumen eingenommen werden.

Hintergrund:
1. Geschirr oder Besteck als Übertragungsweg: Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind aktuell keine Fälle bekannt, bei denen eine Übertragung des neuartigen Virus über Geschirr oder Besteck stattgefunden hat. Grundsätzlich können Coronaviren aber durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Essbesteck oder -geschirr gelangen und auf deren festen Oberflächen eine Zeit lang überleben. Eine Schmierinfektion erscheint dann möglich, wenn das Virus vom Besteck oder über die Hände auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen oder des Mund- und Rachenraumes gelangt.
2. Wirksamkeit von Geschirrspül- und Waschmitteln: Auch wenn keine spezifischen Daten vorliegen, ist es wahrscheinlich, dass fettlösende Substanzen, beispielsweise in Geschirrspülmitteln, die Oberfläche von Coronaviren beschädigen und Viren inaktivieren. Insbesondere die Geschirrreinigung bei Temperaturen von 60 Grad Celsius und höher ist wirkungsvoll. Gleiches gilt für Küchentextilien, die bei mindestens 60 Grad Celsius in der Waschmaschine gewaschen werden.
3. Übertragung des Coronavirus über Lebensmittel: Derzeit sind keine Infektionen bekannt, bei denen sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben. Prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass Coronaviren durch Husten und Niesen einer infizierten Person auf Lebensmittel geraten; in oder auf Lebensmitteln können sie sich aber nicht vermehren. Dazu sind sie auf einen lebenden menschlichen oder tierischen Wirt angewiesen. Durch Erhitzen von Lebensmitteln kann das Infektionsrisiko zusätzlich weiter verringert werden, da die Viren hitzeempfindlich sind.
Quelle: https://www.bfr.bund.de/ (20.08.2020)

Reinigen und Desinfizieren von Flächen

Über die sachgerechte Reinigung in Anlehnung an DIN 77400 hinaus wird eine routinemäßige Flächendesinfektion in der bestehenden Corona-Krise vom Robert Koch-Institut (RKI) nicht empfohlen.

Hintergrund: Die konsequente Umsetzung der Händehygiene stellt die wirksamste Maßnahme gegen die Übertragung von Krankheitserregern auf oder durch Oberflächen dar. Wird eine Desinfektion im Einzelfall als notwendig erachtet, so sollte diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion, das heißt die Benetzung der Oberfläche ohne mechanische Einwirkung, ist weniger effektiv und auch aus Arbeitsschutzgründen bedenklich, da Desinfektionsmittel eingeatmet werden können.
Quelle: https://www.rki.de/ (20.08.2020)

Betreten der Kita durch Externe

Ist das Betreten der Einrichtung durch Externe (z. B. Lieferanten) notwendig, muss dieser Personenkreis eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und die Aufenthaltsdauer auf ein Mindestmaß reduziert werden. Bei betreuten Kindern wird der Einsatz von Mund-Nase-Bedeckungen im Gegensatz dazu ausdrücklich abgelehnt.

Immer eine gute Adresse!

Weiterführende Praxishinweise oder -tipps für den Küchen- und Gruppenbereich von anerkannten Institutionen:

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